![]() |
| India |
Freitag, 18. Januar 2008
Donnerstag, 17. Januar 2008
Climbing report Sri Lanka
There is rock, definitly a lot, especially for Big Wall climbers I would suggest the Knockels Range and if you search on the island you might find a lot. There are walls, but no bolted sport climbs or topos for Big Walls, so explore, good luck because I am not so sure about the rock quality ... The climbing gym in Colombo is closed because there were no customers (don't trust the web info! except this here :).
Klaus
Klaus
Montag, 7. Januar 2008
Sri Lanka
Das war unser erster Eindruck von Sri Lanka, spaeter veroeffentlicht:
War nicht geplant, ist nicht geplant. Doch wir sind hier. Es ist zum
Kotzen mit der indischen Botschaft. Echt zum Kotzen! Wir wollen endlich klettern in Hampi. Wie lange ist es her, dass wir wirklich klettern waren? Seit Krabi (ewig). In Bangkok bekamen wir das Visum nicht so schnell als angenommen (Fehlinfo via Internet). Also cancelten wir nur den Flug von Sri Lanka nach Indien (hier in Colombo haetten wir nur den Flieger gewechselt) und verweilen nun hier wegen des Visums. Dann nach einem langweiligen WE in Colombo bekamen wir eine Nummer, dafuer warteten wir einen Tag lang. Mit der Nummer waren wir heute (eine Woche spaeter) nochmal da. Diesesmal durften wir bezahlen und unser Zeug abgeben, wieder wird eine Woche vergehen, bevor wir von hier wegkommen! Seit Weihnachten wollen wir nach Indien, wann werden wir da sein? So ein Scheiss Vorgeschmack auf Indien, hoffentlich aendert sich das alles.
So nun zum Land selber...
Ankunft war in der Nacht und schon gleich einschuechternd. So viel Militaer haben wir noch nirgends gesehen, alle fuenfhundert Meter Patrolien, jeden Kilometer Checkpoints, Stacheldraht, schusssichere Westen, Sandsaecke, Bunker vor Banken und grossen Gebaeuden. Sie kontrollieren alles und jeden. Unter Busse wird mit Spiegeln nach Bomben gesucht etc.... In Bagdad ist es sicher nicht anders. Am Ankunftstag hat die Regierung Rebellenstellungen (die so genannten tamilischen Tiger - eine Minderheit - kaempfen gegen die Regierung) bombardiert, jetzt warten sie nur auf Vergeltung. Und prompt wurde ein wichtiger Politiker erschossen und gestern sind Leute bei einem Bombenattentat gestorben. Nicht gerade einladend. So ich schreib dauernd wie beschissen es ist in der High Security Zone, wo eh alles (Fotos etc...) verboten ist. Doch das ist hauptsaechlich in Colombo Town, wo wir uns nur zum Visum betteln aufhalten. Inzwischen haben wir uns schon fast daran gewoehnt, dass wir dauernd durchleuchtet, durchsucht und abgetastet werden. Es hat auch was Positives, wenn einem ueberall die Tasche abgenommen wird, ist leichter.
Und wenn ich schon beim Schlechten bin.
Unsere erste Couchsurfing Erfahrung war auch negativ.
Viele Tsunami Ruinen entlang der Straende.
So jetzt reichts aber mit dem Schlechten:
Sri Lanka hat Leoparden, wilde Elefanten, acht verschiedene Sorten
von Schildkroeten, Krokodile, riesige Warane, Flughunde, Schlangen, Affen, Tee, Juwelen und natuerlich schoene Sandstraende. Eine einzigartige tolle Artenvielfalt! Echt.
Krokos und Schildkroeten, Warane, Affen haben wir schon gesehen, Warane
sieht man recht oft (bis zweieinhalb Meter gross!) Straende auch, Straende sind langweilig (fuer uns). Aber diese lieben kleinen Kroetchen mit dem
Schilde, ja die sind echt herzig. Und die kleinen Krokos, auch so suess. Trotz allem sind wir schon voll im Ruhestress und hoffen uns bald wieder bewegen zu koennen, vielleicht in Indien? :-)
Mal sehen...
Klaus
Kleiner Nachtrag:
Die Situation verschaerft sich taeglich, die theoretische Waffenruhe ist seit vorgestern aufgehoben und Soldatenstuetzpunkte sind noch staerker bewaffnet, Bombenattentate haeufen sich, ... als Touristen sind wir jedoch kaum gefaehrdet, alles ist halb so wild, wie es klingt bzw. in den Medien oft aufscheint.
Wir bekamen heute unser Visum und fliegen morgen frueh nach Chennai!
War nicht geplant, ist nicht geplant. Doch wir sind hier. Es ist zum
Kotzen mit der indischen Botschaft. Echt zum Kotzen! Wir wollen endlich klettern in Hampi. Wie lange ist es her, dass wir wirklich klettern waren? Seit Krabi (ewig). In Bangkok bekamen wir das Visum nicht so schnell als angenommen (Fehlinfo via Internet). Also cancelten wir nur den Flug von Sri Lanka nach Indien (hier in Colombo haetten wir nur den Flieger gewechselt) und verweilen nun hier wegen des Visums. Dann nach einem langweiligen WE in Colombo bekamen wir eine Nummer, dafuer warteten wir einen Tag lang. Mit der Nummer waren wir heute (eine Woche spaeter) nochmal da. Diesesmal durften wir bezahlen und unser Zeug abgeben, wieder wird eine Woche vergehen, bevor wir von hier wegkommen! Seit Weihnachten wollen wir nach Indien, wann werden wir da sein? So ein Scheiss Vorgeschmack auf Indien, hoffentlich aendert sich das alles.
So nun zum Land selber...
Ankunft war in der Nacht und schon gleich einschuechternd. So viel Militaer haben wir noch nirgends gesehen, alle fuenfhundert Meter Patrolien, jeden Kilometer Checkpoints, Stacheldraht, schusssichere Westen, Sandsaecke, Bunker vor Banken und grossen Gebaeuden. Sie kontrollieren alles und jeden. Unter Busse wird mit Spiegeln nach Bomben gesucht etc.... In Bagdad ist es sicher nicht anders. Am Ankunftstag hat die Regierung Rebellenstellungen (die so genannten tamilischen Tiger - eine Minderheit - kaempfen gegen die Regierung) bombardiert, jetzt warten sie nur auf Vergeltung. Und prompt wurde ein wichtiger Politiker erschossen und gestern sind Leute bei einem Bombenattentat gestorben. Nicht gerade einladend. So ich schreib dauernd wie beschissen es ist in der High Security Zone, wo eh alles (Fotos etc...) verboten ist. Doch das ist hauptsaechlich in Colombo Town, wo wir uns nur zum Visum betteln aufhalten. Inzwischen haben wir uns schon fast daran gewoehnt, dass wir dauernd durchleuchtet, durchsucht und abgetastet werden. Es hat auch was Positives, wenn einem ueberall die Tasche abgenommen wird, ist leichter.
Und wenn ich schon beim Schlechten bin.
Unsere erste Couchsurfing Erfahrung war auch negativ.
Viele Tsunami Ruinen entlang der Straende.
So jetzt reichts aber mit dem Schlechten:
Sri Lanka hat Leoparden, wilde Elefanten, acht verschiedene Sorten
von Schildkroeten, Krokodile, riesige Warane, Flughunde, Schlangen, Affen, Tee, Juwelen und natuerlich schoene Sandstraende. Eine einzigartige tolle Artenvielfalt! Echt.
Krokos und Schildkroeten, Warane, Affen haben wir schon gesehen, Warane
sieht man recht oft (bis zweieinhalb Meter gross!) Straende auch, Straende sind langweilig (fuer uns). Aber diese lieben kleinen Kroetchen mit dem
Schilde, ja die sind echt herzig. Und die kleinen Krokos, auch so suess. Trotz allem sind wir schon voll im Ruhestress und hoffen uns bald wieder bewegen zu koennen, vielleicht in Indien? :-)
Mal sehen...
Klaus
Kleiner Nachtrag:
Die Situation verschaerft sich taeglich, die theoretische Waffenruhe ist seit vorgestern aufgehoben und Soldatenstuetzpunkte sind noch staerker bewaffnet, Bombenattentate haeufen sich, ... als Touristen sind wir jedoch kaum gefaehrdet, alles ist halb so wild, wie es klingt bzw. in den Medien oft aufscheint.
Wir bekamen heute unser Visum und fliegen morgen frueh nach Chennai!
![]() |
| Sri Lanka |
Eigenverantwortung
Watch your step! Mind your head! Take care, the beverage you are enjoying is hot! Sorry, I can't start driving until you are behind the yellow line! No! It is not allowed to touch it! Caution, cildren can swallow this plastic bag! Yes, we know where the climbing area is, but unfortunately we are not allowed to tell you where it is, ... because of insurance reasons, ... we are sure you understand this. Solch australische oder US-amerikanische Sprueche kennen wir/ihr gut.
Museen haben keine Sperrlinien, keine Vitrinen, keine Grenzen, die Schildkroeten in der Farm sind soo lieb und mit ihnen zu spielen ist erlaubt. Beim Bootsausflug durfte ich sogar die Warane und Krokos fangen. Probiert haett ich's, leider sind die Viecher so flink, nicht zu fassen! (im wahrsten Sinne). Fahren im Zug wird zum Erlebnis, wenn wir uns zu den offenen Tueren hinaushaengen, um den Fahrtwind zu erhaschen. Und da kommt sie wieder in Form eines Baumes auf uns zugerast, die Eigenverantwortung und schnell den Kopf hinein! Das Teemuseum ist eine feine Sache, gemuetlich, riesig, leise, einfach nett. Ohne Diashow, Stereokopfhoererpseudo-Guide oder andere aufdraengliche ("must see") Shows! Und wenn der Bus faehrt kann immer noch auf und ab gesprungen werden, jeder wie er will.
Alles desinfizierte, sterilisierte, vakuumierte, hinter einer Vitrine unter kuehlen, keimfreien Bedingungen gelagerte, laktosefreie, zuckerarme und ohne Phenylanalin verpackte Essen mit Ablaufdatum... all das feine Zeug, wo der Mensch nicht selber an der Milchpackung riecht und entscheidet, ob es noch gut fuer einen ist oder doch schon sauer? ... all der Luxus, der uns das Denken abnimmt und Entscheiden erleichtert, den gibt es hier schlicht nicht.
Die banalsten Dinge, um die wir uns zu Hause nicht mehr kuemmern muessen ...
hier sind sie essentiell!
Klaus
Museen haben keine Sperrlinien, keine Vitrinen, keine Grenzen, die Schildkroeten in der Farm sind soo lieb und mit ihnen zu spielen ist erlaubt. Beim Bootsausflug durfte ich sogar die Warane und Krokos fangen. Probiert haett ich's, leider sind die Viecher so flink, nicht zu fassen! (im wahrsten Sinne). Fahren im Zug wird zum Erlebnis, wenn wir uns zu den offenen Tueren hinaushaengen, um den Fahrtwind zu erhaschen. Und da kommt sie wieder in Form eines Baumes auf uns zugerast, die Eigenverantwortung und schnell den Kopf hinein! Das Teemuseum ist eine feine Sache, gemuetlich, riesig, leise, einfach nett. Ohne Diashow, Stereokopfhoererpseudo-Guide oder andere aufdraengliche ("must see") Shows! Und wenn der Bus faehrt kann immer noch auf und ab gesprungen werden, jeder wie er will.
Alles desinfizierte, sterilisierte, vakuumierte, hinter einer Vitrine unter kuehlen, keimfreien Bedingungen gelagerte, laktosefreie, zuckerarme und ohne Phenylanalin verpackte Essen mit Ablaufdatum... all das feine Zeug, wo der Mensch nicht selber an der Milchpackung riecht und entscheidet, ob es noch gut fuer einen ist oder doch schon sauer? ... all der Luxus, der uns das Denken abnimmt und Entscheiden erleichtert, den gibt es hier schlicht nicht.
Die banalsten Dinge, um die wir uns zu Hause nicht mehr kuemmern muessen ...
hier sind sie essentiell!
Klaus
Sonntag, 6. Januar 2008
Same, same but different!
Die Anneliese hat schon beinahe schwarz gesehen. Und damit meine ich nicht die vielen dunkelhaeutigen Sri Lanker. Vielleicht wegen des vielen Achseldufts oder war es der Uringestank? Eventuell weil sie nicht so gerne eingeklemmt wie eine Oelsardine Zug faehrt. Ihr merkt schon, wir als Fernbeziehungspaerchen kommen wohl nie vom Zugreisen ab, auch jetzt nicht, wo wir doch ein in-der-Ferne-beziehungfuehrendes Paerchen sind. Colombo Hbf. gleicht dem Westbahnhof in Wien am Freitag nachmittag, wenn alle Studenten nach Hause wollen, wobei: Man multipliziere die Menge der Menschen mal zwei und reduziere die Anzahl der Zuege auf einen. Ein halbes Stuendchen (was ist das schon?) zu spaet kam er dann, ein Zug mit qualmender Diesellok aus der englischen Kolonialzeit. Noch bevor der Zug zum Quietschen kam, sprangen die ersten zu den Fenstern hinein (echt a gute Strategie). Nach einer Minute hat sich die Anneliese ueberlegt, ob sie jetzt oder gleich zusammenbricht. Zusammengebrochen ist dann die Lok, noch vor der ersten Station. 120 km galt es zu bewaeltigen, in 3 Stunden. Als Optimist musste ich sagen: "Gut, 5 km haben wir schon. Seit sich das staehlerne Ross mit offenen Wagons durch Tunnels quaelte (Diesellok, hab ich erwaehnt oder? = viel, viel schwarz vorne raus!) haben wir Staubschutzmasken. Eh viel zu spaet, Hanoi, Bangkok, Colombo und viele andere Staedte haben sich schon in unseren Lungen festgesetzt.
Positiv anzumerken ist, dass selbst in einem so armen Land die Oeffis subventioniert werden. Fuer eine Kurzstrecke bezahlten wir 6 Srilankan Rupis, die Internetbenuetzungskosten, um diese eine Zeile darueber einzutippen sind hoeher als der Fahrtpreis (3,5 Eurocent, Langstrecke ca. 0,80 Eurocent). Das gilt nur fuer den Zug, sei hier noch schnell gesagt, Sri Lanka ist das "teuerste" asiatische Land bisher. Sechs Stunden hat es gedauert, und am Ende bekamen wir sogar noch einen Sitzplatz; und mein Schatz, ja die hat ihr mentales Training gut ueberstanden. Nun sind wir hier in der Mitte der Insel, wo der beste Tee gedeiht. Ceylon war der in der Kolonialzeit gebraeuchliche Name fuer Sri Lanka.
Wir sind gegen Legebatterie-Huehnerhaltung! Mehr denn je.
Noch was: Von einer tamilischen Teepflueckerin habe ich eine Kombination aus Betelfrucht, Kokablatt? und oranger Paste zum Kauen bekommen (die Kauen das den ganzen Tag). Ich kann berichten, mehr pfui als uii! Zu Beginn eines der bittersten Erlebnisse fuer meinen Gaumen, bevor alles im Mundraum betaeubt wurde und ich ueber den Teefeldern schwebte ;-). Nein stimmt nicht, doch heute hab ich erfahren, dass Zeug soll ausser oranger Spucke auch high machen? hm, war eher wie eine Nelke gegen Zahnweh oder die Betaeubung beim Zahnarzt. Das kennt ihr sicher.
Klaus
Positiv anzumerken ist, dass selbst in einem so armen Land die Oeffis subventioniert werden. Fuer eine Kurzstrecke bezahlten wir 6 Srilankan Rupis, die Internetbenuetzungskosten, um diese eine Zeile darueber einzutippen sind hoeher als der Fahrtpreis (3,5 Eurocent, Langstrecke ca. 0,80 Eurocent). Das gilt nur fuer den Zug, sei hier noch schnell gesagt, Sri Lanka ist das "teuerste" asiatische Land bisher. Sechs Stunden hat es gedauert, und am Ende bekamen wir sogar noch einen Sitzplatz; und mein Schatz, ja die hat ihr mentales Training gut ueberstanden. Nun sind wir hier in der Mitte der Insel, wo der beste Tee gedeiht. Ceylon war der in der Kolonialzeit gebraeuchliche Name fuer Sri Lanka.
Wir sind gegen Legebatterie-Huehnerhaltung! Mehr denn je.
Noch was: Von einer tamilischen Teepflueckerin habe ich eine Kombination aus Betelfrucht, Kokablatt? und oranger Paste zum Kauen bekommen (die Kauen das den ganzen Tag). Ich kann berichten, mehr pfui als uii! Zu Beginn eines der bittersten Erlebnisse fuer meinen Gaumen, bevor alles im Mundraum betaeubt wurde und ich ueber den Teefeldern schwebte ;-). Nein stimmt nicht, doch heute hab ich erfahren, dass Zeug soll ausser oranger Spucke auch high machen? hm, war eher wie eine Nelke gegen Zahnweh oder die Betaeubung beim Zahnarzt. Das kennt ihr sicher.
Klaus
Zugfahren in Sri Lanka
Von Colombo nach Kandy sollte es drei Stunden dauern. Der Zug mit dem Observation Saloon - bekannt fuer die grossen Fenster zum Bewundern der Landschaft - war natuerlich schon ausgebucht, darum kauften wir 2. Klasse-Tickets fuer den Expresszug und hofften dadurch wenigstens einen normalen Sitzplatz zu ergattern. Doch es kam ganz anders. Sowas habe ich noch nie erlebt! Der Zug hatte 30 Minuten Verspaetung und wir warteten mit den anderen am Bahngleis auf seine Ankunft ohne die blasse Ahnung, was hier gleich abgehen wird. Wir dachten schon, es warten viele Leute, doch es wird wohl ein langer Zug sein. Bloedsinn, der Zug fuhr ein und hatte vielleicht 6 Wagone. Bevor der Zug noch zum Stillstand kam, sprangen die Leute bei der Tuer hinein und krabbelten sogar bei den Fenstern rein. Wir standen natuerlich auch noch am falschen Ende, bei der 3. Klasse und mussten somit noch nach vor zur 2. Klasse rennen. Ein Sitzplatz war sowieso zu vergessen, doch dass wir kaum stehen konnten, davon ging ich zuvor nicht aus. Wir schafften es in der Naehe der Eingangstuer einen Stehplatz zu bekommen, neben, vor und hinter uns dicht aneinander gedraengte Leute. Bewegte ich meinen Fuss nur ein kleines bisschen, stand ich meiner Nachbarin auf die Zehen. Ich dachte mir, fahr doch endlich, fahr! Doch nein, der Zug bewegte sich nicht und es kamen immer mehr Leute rein und erstaunlicherweise fand jeder noch ein kleines Plaetzchen zum Stehen. Die letzten standen dann zu dritt ausserhalb auf den Einstiegsstufen. Dann gings los. Oh Mann, das war die Hoelle fuer mich, oder anders gesagt gutes mentales Training. Es war eine klaustrophobische Situation, total schwuel, keine Bewegungsfreiheit, langes Stehen und keine Frischluft. Das einzig Positive daran, wenn mir schlecht und schwarz vor den Augen wird, kann ich gar nicht umfallen, da kein Platz dafuer waere. Wie so oft, wurden wir von einem "Sri Lankesen" mit den ueblichen Fragen (where are you from? how long have you been here? do you like sri lanka? where are you going? ...) zugeschwatzt, doch diesmal ueberliess ich Klaus das Antworten, ich konzentrierte mich darauf, meinen Blick nach draussen und nicht in das vollgestopfte Innere des Zuges zu wenden und ein bisschen Fahrtwind zu erhaschen. Drei Stunden so durchhalten? No way! Doch das war noch nicht alles! Nach ca. 20-minuetiger Fahrt hatten wir ein Breakdown. Die Maschine der Lok war hin. Vielleicht ueberlastet, weil der Zug jedesmal ueberladen ist? Wieder Warten und Stehen und kein Fahrtwind. Nach ca. einstuendigem Stillstand gings mit einer neuen Lok weiter. Gottseidank - ich war ja so froh - stiegen nach ein paar Stationen mehrere Leute aus und wir ergatterten endlich einen Sitzplatz. Doch nur zwei Stunden Stehen! Aus den zuvor angenommenen drei Stunden Fahrtzeit wurden schliesslich sechs. Wiedermal ging ein ganzer Tag fuers Reisen drauf. Es war schoen die Landschaften zu sehen. Doch angenehm ist das Reisen mit dem Zug hier nicht immer. Die Fenster und Tueren sind stets offen, damit es nicht so heiss ist, doch dadurch kommt man immer wieder in den Genuss der Dieselrauchwolke und es ist sehr laut. Der aus der englischen Kolonialzeit stammende Zug rattert, knarrt, wippt auf und ab, nach links und nach rechts. Manchmal werden die Geraeusche von singenden und trommelnden Sri Lankischen Gesaengen untermalt. Auf jeden Fall ein Erlebnis, das Zugreisen hier und zudem das billigste Transportmittel. In Kandy angekommen haben wir uns gleich das Rueckfahrtticket fuer den Observation Saloon reserviert, dieser Zug sollte nur 2,5 Stunden brauchen. Mal sehen, ob wir nach 4 Stunden in Colombo ankommen!
Anneliese
Anneliese
Freitag, 4. Januar 2008
Der Praesident
Wir sassen gerade bei Cafe Latte und Croissant, als ich Soldaten auf den Daechern bemerkte. Wir hoerten die Kraehen anstelle des Gehupes und der ueblichen lauten Strassenbelaestigung. Die Soldaten (allgegenwaertig) schoben die riesigen Strassenbarrikaden quer, sodass die einmuendenden Strassen blockiert waren. Nun wurde es leise. Sehr leise. Der Betrieb im Cafe stoppte. Jegliche Bewegungen stoppten. Kein Fussgaenger durfte in die Naehe der Hauptstrasse, kein Auto, kein Tuktuk mehr, die Strasse war komplett leer. Die Soldaten standen doppelt so stramm wie sonst, der Finger am Abzug, daran aenderte sich nichts. Die gespannte Stille breitete sich mehr und mehr aus. Alles kam zum Erliegen. Zwei exakt gleiche Kolonnen rasten irrsinnig schnell an uns vorbei. Mit einem strategischen Abstand von einer Minute. Ein Motorrad mit zwei gepanzerten und bewaffneten Soldaten, dann ein Polizist auf einem weiteren Motorrad, gefolgt von zwei grossen Armeejeeps (voll Soldaten), in jede Richtung waren mindestens drei Gewehrlaeufe gerichtet. Dazwischen ein schwarzer Mercedes. Die getoenten Scheiben haben sich kaum vom schwarzen Lack abgehoben. Danach wieder, bewaffnete Motorraeder. Wahnsinn so etwas, ich wette, der beschuetzte Praesi wuenscht sich, er koennte auch einfach so wie wir im Bus fahren. Ohne diesen ganzen Sicherheitswahnsinn.
Klaus
Klaus
Abonnieren
Posts (Atom)

